Jetzt sind wir da!

Am 17. Januar 2008 hat sich im traditionsreichen Rathaus Berlin Schöneberg die AG Lesben und Schwule in der SPD im Kreis Tempelhof-Schöneberg gegründet.
Organisierte schwul-lesbischer Arbeit in und für die SPD gibt es jedoch schon viel länger. Die Arbeitsgemeinschaft Lesben und Schwule, kurz „Schwusos“ gibt es in der SPD Berlin seit dem Ende der 1970er Jahre. In Anlehnung an die Jugendorganisation der SPD „Jusos“ entstand der heutige Name und es begann ein wichtiger Abschnitt schwuler Emanzipationsgeschichte- auch und gerade aus Schöneberg, der schwul-lesbischen Hochburg im Westen Berlins.
Inzwischen gibt es in Berlin in einigen Kreisen Arbeitsgemeinschaften der Schwusos.
Mit der Berliner Landesvorsitzenden Kirstin Fussan und André Rostalski aus Treptow-Köpenick ist Berlin im Bundesvorstand der Schwusos vertreten.
Im Februar 2008, auf dem letzten Bundeskongress in Hamburg, wurde ein Arbeitspapier als Leitfaden für unsere politische Arbeit der nächsten zwei Jahre verabschiedet.
"Die Würde des Menschen ist unantastbar" heißt es in Artikel 1 Grundgesetz. Dies verlangt Achtung und Respekt für jeden Menschen, unabhängig von Geschlecht und sexueller Identität.
In den vergangenen Jahren hat es deutliche Verbesserungen für Lesben und Schwule gegeben. Die lange überfällige Abschaffung des § 175 StGB im Jahr 1994 und die Diskussion um die "Homo-Ehe" haben in der Gesellschaft eine positive Grundstimmung geschaffen.
Am 6. Mai 2008 wurde schließlich ein Teil des Berliner Spreeufers zum Gedenken an den sozialdemokratischen Sexualwissenschaftler Dr. Magnus Hirschfeld umbenannt. Damit soll an den Begründer des weltweit ersten Institutes für Sexualwissenschaften und Vorkämpfer für die Abschaffung des § 175 erinnert werden.
Das rot-grüne Lebenspartnerschaftsgesetz war ein wichtiger Schritt zur Normalisierung lesbischen und schwulen Lebens und mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) konnte die SPD in der Großen Koalition gegen starke Widerstände in der Union in Deutschland 2006 den Grundstein für eine Antidiskriminierungskultur und zur Wertschätzung von Vielfalt („Diversity“) legen. Außerdem freuen wir uns, dass der rot-rote Senat unter Klaus Wowereit mit der Gleichstellung von Lebenspartnerschaften im Beamtenrecht Maßstäbe gesetzt hat.
Ein wichtiges gesellschaftspolitisches Signal war auch die feierliche Übergabe des Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Herzen Berlins am 27. Mai 2008. Unter Bundeskanzler Schröder hatte die rot-grüne Bundesregierung bereits 2003 den Beschluss für das Denkmal gefasst.
Dennoch: Ein Mahnmal und eine rechtlich bessere Gleichstellung ändert nichts an bestehender Diskriminierung.
Einige Lesben und Schwule haben immer noch Schwierigkeiten, ihr "Anderssein" offen und selbstverständlich zu leben. Es gibt sie zuweilen immer noch: die Ängste vor möglichen Konsequenzen im Alltag: Angst vor schiefen Blicken aus der Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz, Angst vor dem Verlust von Freundschaften, Angst vor gewalttätigen Übergriffen.
In und mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands arbeiten wir Schwusos für ein unverkrampftes und tolerantes Verhältnis zwischen hetero- und homosexuellen Männern und Frauen. Wir treten ein "für eine freie, gerechte und solidarische Gesellschaft. Für die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung aller Menschen – unabhängig von Herkunft und Geschlecht, frei von Armut, Ausbeutung und Angst", wie es im aktuellen Hamburger Grundsatzprogramm unserer Partei formuliert ist.
Dazu brauchen wir engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter- mit oder ohne Parteibuch! Verstärkung ist sehr willkommen.
Wir freuen uns immer über tatkräftige Unterstützung von Interessierten!

Vorsitzender
Hermann Zeller [hermann.zeller(at)schwusos-tempelberg.de]
Ich wurde am 9.Mai 1965 in Haan im Rheinland geboren. Ausbildung zum Kunststoff-Formgeber; habe das Abitur über den 2. Bildungsweg am Abendgymnasium in Düsseldorf gemacht und mittels (Fern-)Studium Informatik studiert. Nach meiner Ausbildung war ich zwei Jahre in einer Entwicklungsabteilung, danach lange Jahre in der Produktions- und Einkaufsdisposition tätig und schließlich EDV-Koordinator. Selbstständig als EDV-Berater seit 2001.
Interessen: Programmieren, Naturwissenschaften, Politik.
Bei meiner SCHWUSOS-Arbeit möchte ich mich vor allem mit dem Thema Gewalt gegen Schwule (und Lesben) auseinandersetzen. Gleichzeitig möchte ich dazu beitragen, dass die SPD in Schöneberg und Tempelhof noch stärker als Interessensvertreter auch für Lesben und Schwule wahrgenommen wird.
Engagierte Männer und Frauen sind uns dabei immer sehr willkommen!
Stellvertretende Vorsitzende
Lina Ronja Bethmann [linasch(at)web.de]
Geboren wurde ich 1964 in Berlin. Nach dem Abitur und Studium der Geschichtswissenschaften, Griechisch und Judaistik an der FU-Berlin und anschließendem Psychologiestudium an der HU-Berlin arbeitete ich als Schriftstellerin und freie Journalistin. Z.Zt bin ich in einer Computerfirma angestellt.
In meiner begrenzten Freizeit bin ich darüber hinaus als Vorstandsvorsitzende eines gemeinnützigen Vereins tätig, lese sehr gerne, fahre Fahrrad und spiele Squash.
In meiner politischen Arbeit liegen mir die Themen "Gewalt gegen Schwule und Lesben", "Homosexualität im Alter" und "Akzeptanz sexueller Vielfalt" besonders am Herzen.
Auch möchte ich dazu beitragen, dass sich noch viel mehr Frauen trauen, sich in der AG SCHWUSOS politisch zu betätigen und ihre Vorstellungen und Ideen mit ein zu bringen.
Sollte es also Berührungsängste geben, dann dürft Ihr mich gerne kontaktieren.
Stellvertretender Vorsitzender
Stefan Utecht
Ich bin am 01.01.1981 geboren und arbeite in Berlin.
Willy Brandt hat einmal gesagt: "Jede Zeit braucht Ihre eigenen Antworten". Daran sollten wir arbeiten.
Mein Thema: steuerliche Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften
Privat:
Ich bin Fan des Morgenmagazins, langer Spaziergänge und netter Bücher.
Lieblingsbuch: Ein Mann will nach oben.
Lieblingsessen: Schnitzel.
Lieblingsgetränk: Bier.
Lebensmotto: Lachen hilft.
Zu meinem politischen Stil gehört Gelassenheit und klare Ansagen. Nix ist so überflüssig wie ein Herzinfarkt und Schwafelei. :-D
Schriftführer
Udo Masgaj
Geboren wurde ich 1966 in Düsseldorf. In die SPD bin ich 1987 eingetreten. Meine eigentliche sogenannte „Parteikarriere“ begann allerdings erst später. Ende der 1980er Jahre war ich für den BUND e. V. in Düsseldorf auf Kreis- und Landesebene aktiv. Das Rheinland habe ich dann 1991 Richtung Leipzig verlassen.
In Leipzig habe ich 7 Jahre in der kommunalen Wohnungswirtschaft gearbeitet.
In den Jahren von 1997 bis 2001 habe ich zunächst ehrenamtlich und später hauptamtlich das Lesben und Schwulenzentrum RosaLinde e. V. Leipzig gemanagent.
Von 2001 bis 2002 war ich als hauptamtlicher Wahlkampfbeauftragter des SPD Landesverbandes Sachsen im Freistaat Sachsen tätig. Von der Bundestagswahl 2002 bis zur Wahl 2009 habe ich als Büroleiter für einen SPD-Bundestagsabgeordneten gewirkt. In diesem Zeitraum lag auch noch meine Schöffentätigkeit für das Amtsgericht Zwickau und meine Arbeit als Vorsitzender der AIDS-Hilfe Westsachsen e. V.
Seit November 2009 arbeite ich in Berlin im gewerkschaftsnahen Bereich. Da ich nun Berliner, oder präziser Schöneberger bin, will ich nunmehr hier weiter für Gleichstellung, Chancengerechtigkeit und eine sozialere und friedlichere Welt aktiv sein und gestaltend mitwirken.
Beisitzer

Markus CaspersIch bin im Dezember 1962 an der Nordsee in Wilhelmshaven geboren. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich dort, in Hessen, Frankreich und überwiegend am linken Niederrhein in Mönchengladbach. Nach dem Abitur habe ich in Trier und Münster Jura studiert und bin zur Referendarzeit nach Berlin gekommen. Ich bin Rechtsanwalt und arbeite als Büroleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Nach sieben Jahren wirtschaftlichem Verbraucherschutz ist die Finanzpolitik im Moment Hauptschwerpunkt meiner beruflichen Tätigkeit.
In meiner Zeit in Münster habe ich mich mit politischer Emanzipation für Schwule und Lesben durch Sport auseinander gesetzt und mit einem Freund eine schwule Sportgruppe gegründet. Im Vorstand des dortigen Kommunikationscentrum Münsterland engagierte ich mich politisch. Nach dem ersten Staatsexamen belohnte ich mich im Sommer 1990 mit einer Teilnahme bei den Gay Games in Vancouver (Kanada) – der schwul-lesbischen „Olympiade“, die neben dem sportlichen Aspekt stets ein internationales politisches Statement sind. Dadurch begeistert wurde ich in Berlin dann beim Sportverein Vorspiel aktiv, zunächst Mitglied, später Trainer und auch Vorstandsmitglied. Später war ich mehrere Jahre Delegierter bei der European Gay and Lesbian Sports Federation und wurde der erste europäische Vizepräsident der Federation of Gay Games. Im Jahr 1996 habe ich mit anderen Engagierten die EuroGames in Berlin organisiert, an denen 3.600 Sportlerinnen und Sportler aus 20 Ländern teilnahmen.
Eine Mitarbeit bei den Schwusos in Schöneberg verbindet für mich berufliche, politische und private Aspekte. Emanzipation und Bürgerrechte sind fragile Pflanzen, die immer gehegt werden müssen – da muss jeder einmal mithelfen und vielleicht Erfahrung einbringen.
Beisitzer
Georg Härpfer
Geboren: 8.5.1949 in Donauwörth(Bayern), Kindheit und Jugend in mehreren Ländern und vielen deutschen Städten verbracht.
Seit 1971 in sehr schöner Partnerschaft lebend, am 8.5.2002 wurde vor dem Standesamt Schöneberg die eingetragene Partnerschaft geschlossen.
Beruf: Dipl.Verwaltungswirt
berufliche Tätigkeit: in mehreren bayerischen Landratsämtern
seit 1971 in Berlin bei den Senatsverwaltungen für Arbeit und Soziales, Finanzen und Inneres; 1987 einige Zeit Verwaltungsleiter des Straßenbauamtes Bad Säckingen; 1988 sechs Monate bei der Europäischen Kommission in Brüssel.Inzwischen im Ruhestand.
Ich bin seit 1984 in der SPD, und zwar in Tempelhof. Habe dort verschiedene Funktionen in der Abteilungsarbeit wahrgenommen, intensiv in den 80er Jahren im Arbeitskreis Frieden und Abrüstung mitgearbeitet.
Seit 1998 bin ich bei der AG Lesben & Schwule in der SPD - Schwusos - engagiert, seit 2000 im Landesvorstand und seit 2006 stellvertretender Landesvorsitzender. Dort war und ist mein Schwerpunkt "Homosexualität im Alter", aber auch Internationales, die Vollendung des Lebenspartnerschaftsgesetzes sowie das Antidiskriminierungsgesetz auf Landesebene und das AGG auf Bundesebene. Desweiteren bin ich engagiert und organisiert beim Lesben- und Schwulenverband -LSVD - Deutschland, bei den lesbisch-schwulen Fördervereinen Elledorado und Homosexuelle Selbsthilfe (HS e.V.) und beim Teddy e.V. (Verein zur Förderung des lesbisch-schwulen Filmpreises).
Besonders am Herzen liegt mir die Mitarbeit beim Gesprächskreis "Anders Altern" für ältere Schwule in der Schwulenberatung Berlin und in Friedrichshain-Kreuzberg sowie die Gestaltung des Haus-Projektes "Regenbogenvilla"- Generations- und geschlechterübergreifendes Wohnen für ältere Schwule der Schwulenberatung in der Niebuhrstraße in Charlottenburg.

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